Köstinger: "Stopp der Lebensmittelverschwendung"

16.Mai 2017

EU-Parlament beschließt Resolution zur Bekämpfung von Lebensmittelverschwendung / "Bewusstsein für den Wert von Lebensmitteln schaffen"

Brüssel, 16. Mai 2017 (ÖVP-PD) "Die Lebensmittelverschwendung in der EU hat ein enormes Ausmaß erreicht", sagt Elisabeth Köstinger, Agrarsprecherin der ÖVP im EU-Parlament, wo heute, Dienstag, über neue Vorschläge gegen Lebensmittelverschwendung abstimmt wird. "Daher muss wieder ein Bewusstsein für den Wert von Lebensmitteln geschaffen werden. Nur so kann die wirksame Eindämmung der grassierenden Wegwerfkultur beginnen."

"Alleine in Österreich wirft jede Person pro Jahr im Schnitt mehr als 200 Kilogramm Nahrungsmittel weg, das sind landesweit fast 1,8 Millionen Tonnen. In ganz Europa beträgt der Verlust jedes Jahr sagenhafte 88 Millionen Tonnen Nahrungsmittel mit einem Gegenwert von 143 Milliarden Euro", sagt Köstinger. "Bewusster Umgang mit Rohstoffen beginnt am eigenen Teller, denn 53 Prozent der Lebensmittel werden in Haushalten verschwendet." Daher müsse die Bevölkerung durch effektive Aufklärungskampagnen für den Wert der Lebensmittel und die landwirtschaftliche Arbeitskraft sensibilisiert werden, die dahinter steht.

Alarmierend ist für Köstinger auch das Ungleichgewicht auf den Lebensmittelmärkten. "Der Wert unserer Lebensmittel und die harte Arbeit der Landwirte spiegelt sich nicht im Preis wider", so Köstinger. "Dumpingpreise zu denen unsere Qualitätsprodukte verscherbelt werden sind für das fehlende Bewusstsein für den eigentlichen Wert der Lebensmittel mitverantwortlich."

"Wir müssen wieder regional und saisonal Denken und Einkaufen", fordert die ÖVP-Politikerin daher. Damit könne bereits im Schulalter begonnen werden, meint sie mit Blick auf die Schulmilch- und Schulobstaktion. Ein besonderes Augenmerk müsse darauf gelegt werden, die Aussagekraft des Mindesthaltbarkeitsdatums auf Lebensmitteln zu erklären. "Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist kein Wegwerfdatum", sagt Köstinger. "Dennoch werden sie von Supermarktketten grundsätzlich entsorgt statt systematisch gespendet."

Das EU-Parlament verlangt von der EU-Kommission zudem, bis Jahresende eine Definition für Lebensmittelverschwendung auszuarbeiten. Die EU-Mitgliedstaaten sollen Maßnahmen ergreifen, um die Nahrungsmittelvergeudung bis 2025 um 30 Prozent und bis 2030 um 50 Prozent gegenüber den Werten von 2014 zu reduzieren.