Brasilien-Gammelfleisch: Köstinger/Deß fordern "lückenlosen Qualitätsaußenschutz" bei Lebensmittelimporten

03.April 2017

EU-Parlament debattiert Konsequenzen aus brasilianischem Fleischskandal

Die Europaabgeordneten Elisabeth Köstinger (ÖVP) und Albert Deß (CSU) fordern angesichts des brasilianischen Fleischskandals bessere Kontrollen bei der Einfuhr von Lebensmitteln nach Europa. "Wir brauchen einen lückenlosen Qualitätsaußenschutz bei Lebensmittelimporten. Wer Zugang zum europäischen Markt haben will, muss sich an die gleichen Standards halten wie europäische Produzenten", so die beiden EU-Politiker.

Köstinger zeigt sich kritisch gegenüber dem geplanten Handelsabkommen zwischen der EU und den Mercosur-Ländern: "Der Vertrauensverlust ist enorm. Solange die Lücken bei der Qualitätskontrolle bei der Einfuhr von Lebensmittel so eklatant hoch sind, ist an eine Beschleunigung oder gar Vertiefung der Handelsbeziehungen für agrarische Produkte nicht zu denken", so Köstinger, die Lebensmittel- und Agrarsprecherin der ÖVP im EU-Parlament ist.

"Der gesamte brasilianische Fleischimport muss einer strengen Prüfung unterzogen werden. Bei den Handelsverhandlungen muss noch stärker darauf geachtet werden, dass unsere europäischen Standards beim Verbraucher-, Tier- und Umweltschutz sowie soziale Mindeststandards eingehalten werden", so Deß, agrarpolitischer Sprecher der EVP-Fraktion im Europäischen Parlament.

Am heutigen Abend debattiert das Europäische Parlament über mögliche Konsequenzen aus den Vorfällen. Die Abgeordneten fordern von der EU-Kommission eine Übersicht, in welche EU Länder das Gammelfleisch importiert wurde, und wollen wissen, warum die bestehenden europäischen Kontrollmechanismen, den jahrelangen Betrug nicht aufgedeckt haben.