Die Landwirtschaft ist unser täglich‘ Brot

Die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) hat in der europäischen Politik einen hohen Stellenwert. Die Grundaufgabe der Europäischen Union ist es, sicherzustellen, dass ausreichend Lebensmittel für 500 Millionen EU-Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung sind. Deshalb ist der Agrarbereich seit den 50er Jahren als einer der wenigen Politikbereiche zur Gänze gemeinschaftlich auf EU-Ebene geregelt. Ziel der GAP ist es, stabile Rahmenbedingungen zu schaffen, um die Produktion in allen Regionen zu stärken und wirtschaftliche Unsicherheiten am Markt abzufedern. Von der Landwirtschaft werden wichtige gesellschaftliche Güter mitgeliefert: Eine intakte Kulturlandschaft, qualitativ hochwertige Lebensmittel und gute Strukturen am Land. Diese wichtigen Leistungen werden nicht über den Erzeugerpreis abgegolten aber von der GAP honoriert.

Die GAP steht auf 2 Säulen

Weil der Agrarbereich gemeinschaftlich organisiert ist, entfällt auf ihn ein beträchtlicher Budgetanteil: 30% des gesamten EU-Budgets stehen für die sogenannte 1. Säule der GAP zur Verfügung. Das sind alle Leistungszahlungen, die direkt an die landwirtschaftlichen Betriebe gehen (Direktzahlungen). Weitere 10% des EU-Budgets stehen für die 2.Säule (Programme der Ländlichen Entwicklung) der GAP zur Verfügung. Damit werden zusätzliche freiwillige Maßnahmen zB im Umweltbereich ermöglicht, die Produktion in benachteiligten Regionen wie den Berg- und Inselregionen ausgeglichen. Außerdem werden wirtschaftsbelebende Akzente am Land gesetzt, zB werden Wirtschaftskooperationen, regionale Vermarktungsmöglichkeiten, Tourismusprojekte und vieles mehr ermöglicht.

Die Agrarpolitik in Österreich

Der Ländliche Raum hat in Österreich eine große Bedeutung. Rund 78% der österreichischen Bevölkerung lebt und arbeitet am Land. Der Ländliche Raum bietet Lebensqualität. Bauernhöfe sind eine zentrale Kraft am Land. Die bäuerlichen Familien erhalten die schöne Kulturlandschaft, stellen Qualitätslebensmittel her und sind Kulturträger der Gemeinden.  Die Land- und Forstwirtschaft ist ein wichtiger Wirtschaftsmotor, der in Österreich 530.000,  in ganz Europa 30 Millionen Arbeitsplätze sichert.

Österreich profitiert stärker von der 2. Säule der GAP, den Programmen der Ländlichen Entwicklung, weil die österreichische Landwirtschaft sehr klein strukturiert ist und die Produktionsbedingungen sehr unterschiedlich sind. Das Herzstück der Programme der Ländlichen Entwicklung ist das Agrarumweltprogramm (ÖPUL), welches fast flächendeckend umgesetzt wird. ÖPUL-Maßnahmen sind Zusatzleistungen der Bäuerinnen und Bauern: Das kann im Ackerbau die Fruchtfolge sein oder Maßnahmen zum Aufbau von Humus im Boden, Erosions- und Gewässerschutz, aber auch die Zucht von alten Tier- und Pflanzensorten. Österreichs Landwirte sind Meister in der Qualitätsproduktion. Europaweit sind sie Nummer Eins im Biolandbau und das AMA-Gütesiegel hat höchste Anerkennung der Konsumenten!

Weil der Agrarbereich von so grundlegender Bedeutung ist und mit so vielen anderen Politikbereichen wie zB Umwelt, Konsumentenschutz und Handel zusammenhängt, engagiere ich mich im Europaparlament im Ausschuss für Landwirtschaft und Ländlicher Entwicklung.

In Rahmen dieser Tätigkeit ist es mein Herzensanliegen, das österreichische Modell einer regionalen, nachhaltigen und flächendeckenden Land- und Forstwirtschaft  als Vorbild in Europa zu verankern.

 

Mehr Informationen zum Agrarausschuss im Europaparlament:
http://www.europarl.europa.eu/committees/de/agri/home.html

Alle Informationen zur Österreichischen Agrarpolitik:
http://www.bmlfuw.gv.at/land/laendl_entwicklung.html